Bei einem Rebranding geht es nicht einfach um ein neues Logo, es geht um eine neue Kultur.

Bei Enigma haben wir kürzlich einen ganzen Rebranding Prozess durchlaufen. Ja, ein Projekt, wie wir es sonst die ganze Zeit für unsere Kunden machen. Da wir die Herausforderungen und Hindernisse eines solchen Projekts selbst erlebt haben, werden wir unseren Kunden jetzt noch besser helfen können.

Es gibt viele Gründe, die ein Rebranding anstossen können: Eine neue Positionierung, ein Zusammenschluss mit einer anderen Firma, sich endlich das alte Logo zur Brust nehmen, das niemand mehr mag. Was auch immer der Grund sein mag, man muss sich bewusst sein, dass ein solcher Prozess nicht nur die visuellen Komponenten der Identität beeinflussen wird, sondern auch die Kultur, die den Kern Ihres Geschäfts darstellt

Ein Rebranding ist kein Zuckerschlecken

Die Lancierung unseres neuen Brands geschah voller Stolz, doch der Rebranding Prozess tat weh. Er begann als einfacher und glücklicher Prozess, über den sich alle freuten. Aber dann standen wir schnell vor unerwarteten Hürden. Das Projekt wurde lanciert, da sich unsere Firma in den letzten 8 Jahren sehr verändert hat. Und wir hatten das Gefühl, dass unser altes Branding nicht mehr zeigte, wer wir sind. Alle dachten, wir teilten die gleiche Idee des neuen Wir’s. Es stellt sich heraus, dass dies nicht der Fall war.

Rebranding bedeutet mehr die Haut zu wechseln als die Kleider.

Rebranding bedeutet, den Status Quo zu verändern. Es wird Momente geben, in denen Sie sagen werden: “Das sind nicht mehr unsere Werte. Jetzt fokussieren wir uns auf dies und das.” Und dann erhält man emotionale Rückmeldungen wie: “Seid ihr sicher, dass wir eine erstklassige Firma sind? Ich kann das auf meinem Lohnausweis nicht erkennen.” Oder: “Sind wir wirklich Innovatoren? Mein Job besteht mehr aus Implementieren als aus Entdecken.”

Während des Rebranding Prozesses haben wir schnell verstanden, dass wir uns mit viel tiefgründigeren Dingen als Farben beschäftigen werden müssen. Wir mussten so sehr an unserer internen Kultur arbeiten wie an unserem Brand Material. Vielleicht sogar noch mehr.

Sie werden die Kultur rebranden

Um die Herausforderung der Veränderung der internen Kultur zu meistern, kann man nicht einfach das Logo ändern. Man muss das Gespräch suchen und die Leute involvieren. Man muss Grenzen setzen. Man muss sich die Zeit nehmen, die man braucht.

Was hat uns am meisten geholfen? Wir versammelten das Team und haben uns Zeit genommen, um jeden Aspekt zu besprechen. Wir haben uns Zeit genommen, um die Zweifel auszuräumen. Wir haben uns Zeit genommen, um Workshops über die internen Herausforderungen durchzuführen. Wir haben viel geredet. Wir haben Punkte angesprochen, die schmerzten und verstörten. Dies war der einzige Weg, damit unser neues Branding eine wirkliche Firma zeigen würde, anstatt einer Fantasie. 

Nach all diesen Veränderungen sind wir wirklich stolz. Stolz auf unsere geniale neue visuelle Identität und auf unsere Webseite, die rockt. Was mich aber sogar noch stolzer macht, ist die Tatsache, dass wir den Traum, ein Team aus digitalen Nomaden zu sein, Wirklichkeit werden liessen. Wir arbeiten aus der Ferne, wir nutzen kollaborative Tools und Cloud-basierte Lösungen, um als Team effizienter zu sein! Der beste Beweis dafür ist, dass ich diesen Artikel auf meinem Smartphone, irgendwo zwischen Bern und den Alpen, schreibe. Meine Kollegen in Genf werden mir sofort Feedback geben und ihre Anpassungen gleich hier im Google Docs vornehmen.

5 Elemente, die es vor einem Rebranding zu beachten gilt

Dieses Rebranding von Enigma begann als kleines Projekt, bei dem wir das angehen wollten, was wir intern den Design Frankenstein nennen. Wir wollten eine kohärente visuelle Identität mit einer klaren Art Direction. Am Schluss wurde es zu einem viel grösseren Projekt mit Einfluss auf das tägliche Leben und die täglichen Arbeitsabläufe.
Falls Sie über ein Rebranding nachdenken, sind hier 5 Schlüsselelemente, die es zu beachten gilt. Können Sie alle diese Fragen mit Ja beantworten, sind Sie bereit für ein Rebranding.

  1. Sind Sie bereit, jedes Thema anzusprechen, das weh tut? Denken Sie an Kompensation, Ferien, Arbeitsumgebung, etc.
  2. Sind Sie bereit, Zeit ins Training zu investieren? Die Mitarbeiter werden neue Tools und neue Vorlagen haben und sie werden Hilfe brauchen.
  3. Sind Sie bereit, sich Zeit zu nehmen, um Ihre Vision zu erklären und die vielen Fragen zu beantworten, die aufkommen werden?
  4. Sind Sie bereit, weniger Zeit in Marketing Aspekte zu investieren, dafür mehr in kulturelle?
  5. Sind Sie bereit für eine echte Veränderung? Und ist es auch Ihr Team?