Warum ein Post-Boost auf Facebook nicht wirklich nützt – und was wirklich funktioniert

Wenn Sie  als Unternehmen etwas auf Facebook posten, wird dieser Beitrag auf dem Newsfeed vieler Ihrer Follower nie erscheinen. 

Ihr “organic reach” auf Facebook beträgt nur etwa 6,4% Ihrer gesamten Follower. Facebook argumentiert, dass sie damit ihre Benutzer vor Spam schützen wollen. Wenn jedes Unternehmen mit jedem Beitrag alle seine Follower erreichen würde, wären sie mit Werbung überhäuft.

Was kann ein Unternehmen also tun, um die ihre Sichtbarkeit zu erhöhen? Zahlen! Je mehr Sie investieren, desto mehr Menschen werden Sie erreichen. So verdient Facebook schliesslich 3 Millionen Dollar pro Tag.

Dies scheint angemessen. Denn angesichts der enormen Wirkungskraft des Facebook-Marketings entsteht eine Win-Win-Situation.  

Facebooks Werbemöglichkeiten effizient zu nutzen, ist hingegen eine ganz andere Herausforderung. Denn einfach auf „Boost Post“ klicken reicht nicht aus. 

In diesem Artikel erklären wir weshalb und welche weiteren Möglichkeiten haben, um die Werbemöglichkeiten des grössten Social Media Netzwerks der Welt zu nutzen.

Was ist denn eigentlich diese "Boost Post"-Funktion?

Es ist der blaue kleine Knopf, der neben Ihrem Post auftaucht, wenn Sie als mit Ihrem “Business” Account eingeloggt sind. Machen Sie von dieser Funktion Gebrauch, bezahlen Sie Facebook, um Ihren Beitrag einem grösseren Publikum zu zeigen. Je mehr Geld Sie investieren, desto mehr Menschen erreichen Sie. 

Wenn Sie auf diese blaue kleine Schaltfläche klicken, erscheinen viele verschiedene Optionen und Einstellungen. Obwohl Facebook schon gute Arbeit darin leistet, zu beschreiben, welche Optionen sie haben und wie diese funktionieren, ist es nicht immer einfach zu entscheiden, welche Einstellungen Sie wählen sollten. 

Hier bieten wir Ihnen eine kleine Übersicht, was dabei alles schief gehen könnte:

Zielsetzung

Facebook’s Datenbank ist riesig. Sie sammeln Informationen über jeden Nutzer, der eine Website mit installiertem Facebook-Pixel besucht. Die Daten enthalten Online-Verhalten, Standort, Sprache, welches Gerät Sie verwenden… lesen Sie hier, welche Daten Facebook sammelt (falls Sie es wagen!). 

Facebook weiss zum Beispiel auch, wann und wo jemand hingeht. Es kennt das Haushaltseinkommen. Mit wem Sie verheiratet sind. Wer am einfachsten dazu verleitet werden kann, Dinge zu kaufen, die er oder sie online sieht. Oder wer sich für einen Newsletter über Tierprodukte anmelden würde. 

Mit all diesen Informationen erreichen Sie Menschen, die am ehesten eine gewünschten Aktion ausführen (Ihr Produkt kaufen z.B.). Aber: Was ist, wenn Sie sich für das falsche Ziel entscheiden? 

Nehmen wir an, Sie verkaufen ein Produkt und denken: „Aha, Link-Klicks sind die billigere Variante als Website-Käufe. Wenn ich sie einfach auf meine Seite schicke, kaufen sie sowieso.“ 

Dadurch wird Facebook angewiesen, Ihren Beitrag Personen zu zeigen, die am ehesten auf Links klicken. Und nicht Leuten, die Dinge online kaufen. Und dadurch erreichen Sie nicht die  gewünschten Ergebnisse.

“Post”-Button

Das ist der CTA (Call to action), der Aufruf zum Handeln. Benutzen Sie ihn, um dem Benutzer mitzuteilen, was er tun soll. Standardmäßig steht dort „Mehr erfahren“. Aber dieser Text kann geändert werden, zu „Anmelden“, „Jetzt kaufen“ und anderen Handlungsaufforderungen.

Wenn Sie auf „Mehr erfahren“ klicken und sich dann auf einer Seite mit dem Titel „Für meinen Newsletter anmelden“ befinden, ist das frustrierend. Der falsche CTA wird den Benutzer entweder verwirren oder nicht genügend überzeugen, um die gewünschte Aktion auszuführen. 

Publikum

Ganz wichtig. Sie wollen Ihren Beitrag über Hunde nicht Personen zeigen, die Katzen mögen. 

Personalisierung ist die Superkraft der Facebook-Werbung. Und sie ist extrem effektiv und leistungsstark. Mit der immensen Facebook-Datenbank können Sie nämlich Personen äusserst gezielt ansprechen.

Aber die Erstellung benutzerdefinierter Zielgruppen muss beherrscht sein, und das ist alles andere als simpel.

Ein desinteressiertes Publikum wird sich nicht um Ihren Post kümmern. Oder sie werden sogar wütend auf Sie, weil Sie sie damit belästigt haben. Und wenn Sie den Post nur jenen Leuten unterbreiten, die Ihren Account schon geliked haben, werden Sie dadurcxh nicht mehr Follower gewinnen.

Dauer und Budget

Wie lange sollte Ihr Boost aktiv sein? Wie viel wollen Sie investieren? Facebook zeigt Ihnen, wie viele Personen Sie je nach ausgewählter Option und vorhandenem Budget erreichen können.

Je länger Sie boosten und je mehr Geld Sie somit investieren, desto glücklicher ist Facebook. Lassen Sie sich also nicht von den hohen Zahlen blenden: es geht darum, wen Sie erreichen, nicht wie viele. Das Publikum muss stimmen.

Tracking der Konvertierungen

Um zu wissen, wann und ob Sie Ihr gesetztes Ziel erreicht haben, müssen Sie Erfolg messen können. Im Online-Marketing-Jargon sagt man: Seine Conversions tracken. 

Eine Konvertierung (oder: Conversion) beschreibt die Handlung, in der ein Nutzer eine gewünschte Aktion durchführt. Dies kann jemand sein, der Ihr Produkt bestellt, sich für Ihren Newsletter anmeldet oder einfach auf Ihren Link klickt. 

Damit das Tracking funktioniert, müssen Sie ein Facebook-Pixel installieren. Es ist ein kleiner Code-Abschnitt, der in die Programmierung Ihrer Website eingebettet wird. 

Wenn Sie das Pixel installieren, definieren Sie die Aktion, bei welcher das Tracking ausgelöst wird. Wenn dann ein Benutzer diese Aktion ausführt, werden die Informationen an Facebook weitergeleitet. Die Konvertierung wird nun verfolgt (sie wird “getrackt”).

Wichtig zu wissen: Wenn das Pixel installiert ist, weiß Facebook, wer Ihre Website besucht. Das Netzwerk verfolgt standardmäßig das Verhalten jedes Besuchers.

Es ist nicht bei allen oben erwähnten Punkten wichtig, diese perfekt zu konfigurieren. Aber die unterschiedlichen Optionen sind alle aus einem bestimmten Grund da. Wenn Sie sich mit der Boost-Post-Funktion auskennen, können Sie anschauliche Ergebnisse erzielen. Doch es gibt mehr. Viel mehr…

Nutzen Sie Facebook wie ein Profi

Der Facebook Ads Manager: Er ist ein mächtiges Werkzeug. Dort können Sie nicht nur Posts boosten, sondern haben eine ganze Palette an Möglichkeiten.

Sie können viele weitere Ziele auswählen (insgesamt 11). Sie können nun auswählen, ob Sie ein Videos bewerben, Leads-Generieren oder Shop-Besuche optimieren möchten.

Sie können die Sprache der Nutzer angeben. Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen Workshop leiten und Ihr Referent spricht nur Englisch. Wenn Sie Ihren Post nun in ganz Zürich boosten, werden viele deutschsprachige Menschen ihn nicht verstehen.

Passen Sie die Platzierung an. Wenn Sie die “Boost-Post”- Funktion verwenden, wird sie nur auf dem Desktop, dem mobilen Newsfeed und Instagram angezeigt. Aber das Werbenetzwerk von Facebook ist RIESIG. Hier verpassen Sie viele Möglichkeiten.

Zugang zu Split-Testing. Erstellen Sie verschiedene Versionen des gleichen Posts und finden Sie heraus, welche Version am besten funkitoniert. Ändern Sie die Überschrift, passen Sie den Text an, verwenden Sie ein anderes Bild. Sie können auch Ihre Zielgruppe testen und herausfinden, wer wirklich an Ihrem Angebot interessiert ist. 

Nach einiger Zeit können sie sich für den die Gewinner-Version entscheiden und so Ihre Konversionen möglicherweise verdoppeln.

Der Ads Manager kann überwältigend sein. Das ist der Grund, weshalb viele sich dafür entscheiden, ihren Post einfach zu boosten. Aber es lohnt sich, den Ads Manager zu studieren, wenn Sie wirklich erstaunliche Ergebnisse erzielen wollen: Lesen, Videotutorials schauen, Experten fragen und so viel wie möglich darüber erfahren. Dies wird Ihnen helfen, schneller zu wachsen, als Sie sich es in Ihren wildesten Träumen ausgemalt haben.

Was gibt es sonst noch da draußen?

Facebook ist nur der Anfang Ihrer Online-Werbekampagne. Viele andere soziale Plattformen könnten vielleicht noch besser zu Ihrem Unternehmen passen. Sie werben vor allem mit visuellen Beiträgen? Probieren Sie Pinterest. Oder mögen Sie Foren? Dann versuchen Sie es doch Reddit. Jede Plattform hat ihre eigenen Vorteile. Und Nachteile.

Es ist ein Dschungel da draußen. Um Sie auf Ihrem Weg zur optimalen Online-Werbung zu unterstützen, haben wir eine Liste von Social Media Plattformen mit ihren Vor- und Nachteilen zusammengestellt. Achten Sie darauf, dass Sie auf der richtigen Plattformen vertreten sind!

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P.S. Das Wissen, wie man auf anderen Plattformen wirbt, ist wichtig zu wissen. Aber es gibt noch mehr…. Sobald Sie tief in den Kaninchenbau der Online-Möglichkeiten eindringen, werden Sie eine Methode namens Programmatische Werbung entdecken. Mit dieser Art von digitaler Werbung können Sie in Echtzeit Werbeflächen für Ihre Kampagnen automatisch kaufen und optimieren und verzichten dabei auf all die Risiken, die menschlichen Versagens mit sich bringen. Erfahren Sie mehr über programmatische Werbung in unseren Artikel!