11. Mai, 2017

Seiten und Templates sind tot. Es leben die Module.

Web Design ist ein Handwerk im stetigen Wandel. Die Dinge verändern sich schnell und Paradigmen, die gestern noch aktuell waren, sind heute überholt. Sie wollen, dass wir spezifische Seiten Ihrer nächsten Website designen? Das ist keine gute Idee. Sie wollen, dass wir eine Vorlage gestalten, die Sie für viele Seiten Ihrer nächsten Website zur Hand nehmen können? Ebenfalls keine gute Idee.

Eine kleine Geschichtslektion über Website Gestaltung

Die kreativen Tage

Blicken wir kurz zurück und schauen, wie sich die Idee des Website Designs verändert hat. Als wir begonnen haben, Websites zu gestalten, befanden wir uns in dieser neuen, freien Welt, in der alles möglich schien. Das bedeutete, dass wir alleinstehende Seiten gestalteten. Auf einer Website hatte jede Unterseite ihre eigene Struktur. Es war grossartig! Wir hatten Rhythmus, wir hatten Kreativität. Das Problem dieser Zeit war, dass der Aufbau solcher Websites extrem zeitintensiv war und Sie, die Kunden, mit einer unflexiblen und starren Website zurecht kommen mussten. Sie wollten eine neue Seite hinzufügen? Dann waren Sie gezwungen, erneut Ihren Entwickler aufzusuchen, der Ihnen die neue Seite von Grund auf errichten musste. Das Ergebnis war selbstverständlich eine schöne, neue Seite, die jedoch mit viel Geld und Zeit bezahlt werden musste.

Die systematischen Tage

Nach der kreativen Zeit waren einige Entwicklungen zu beobachten. Die ersten Content Management Systeme kamen auf den Markt und Templates schossen wie Pilze aus dem Boden. Anstatt alleinstehende Seiten zu errichten, bauten Entwickler Templates. Man hatte eine Vorlage für Seiten mit langem Text und man hatte eine Vorlage für Seiten mit weniger Text und mehr Bildern. Die Idee war, so viele Seiten selbst zu kreieren, wie man wollte. Man konnte Inhalte immer schneller zu einer Website hinzufügen und wieder entfernen. Es war die Zeit von Blogs und der Idee, dass Websites nicht statisch, sondern dynamisch sind. Wir waren auf dem Olymp der Effizienz angelangt. Auf dem Weg dorthin mussten wir allerdings einiges an Storytelling opfern. Die Websites waren in gewisser Weise langweilig. Alles sah gleich aus. Die Erstellung von Inhalten ging natürlich schnell, doch man sass in einem Gefängnis aus Templates.

Die kreativen systematischen Tage

Technologien entwickeln sich ständig weiter und die Ansichten über das Web verändern sich ebenfalls. Einige kluge Programmierer haben neue Denkmodelle ins Leben gerufen, die die Thematik der Entwicklung von Websites aufgreifen. Einer dieser klugen Typen ist Brad Frost. 2013 entwickelte er eine Idee, die er Atomic Design nennt.

Anstatt damit zu beginnen, Templates zu erstellen, beginnt Frost mit dem kleinsten Element, dem Atom. Ein Atom ist in diesem Fall eine Farbe, eine Schrift oder ein Button.

Indem man Atome zusammenfügt, erhält man Moleküle. Das könnte zum Beispiel die Sucheingabe im Header Ihrer Website sein. Indem man dann mehrere Moleküle zusammenfügt, erhält man Organismen. Haben Sie also zum Beispiel Ihr Logo Molekül, Ihr Menü Molekül zusammen mit Ihrem Navigationsleisten Molekül, ergeben sie zusammen den Header. Und so geht es weiter. Atomic Design ist ein bisschen wie Chemie.

Bei Enigma lieben wir es, neue Methoden zu testen. Also spielten wir mit dieser Idee von Brad Frost. Zur gleichen Zeit implementierten unsere Partner von Stimul, die uns im Bereich Programmierung unterstützen, eine ähnliche Idee, dies in den Administrationsmenüs von Content Management Systemen wie WordPress oder Drupal.

Das war vor vier Jahren. Und jetzt, nach vielen Projekten, in denen wir diese neue Methode angewendet haben, können wir es mit Stolz sagen: Templates sind tot, Seiten sind tot, es leben die Module.

Die Module

“Wir designen keine Seiten, wir designen Systeme aus Komponenten.“ — Stephen Hay

Bei Enigma erklären wir komplexe Gedankengänge auf einfache Art und Weise. Wir lieben es, über modulares Web Design zu sprechen. Wir ziehen Schlüsse aus der vorangegangenen Geschichtslektion und lernen daraus. Anstatt uns auf Templates zu stützen, benutzen wir sogenannte Module als Basis. Module sind Bauklötze, ähnlich wie Legosteine. Mit einer gewissen Anzahl an Modulen kann man auf seiner Website bauen, was man will. Es ist genau wie Lego. Man hat eine gewisse Anzahl an Bausteinen und Elementen und kann daraus ein Haus, ein Fort oder gar richtig verrückte Dinge bauen.

Ein Modul ist ein Teil einer Website, das man wiederverwenden und dort platzieren kann, wo man will. Sie benötigen drei Spalten Text? Das ist ein Modul. Sie benötigen eine Fotogalerie? Das ist ein Modul. Sie wollen ein grosses Bild mit Titel? Auch das ist ein Modul. Indem man diese drei eben erwähnten Module vereint, hat man soeben eine Galerie Seite erstellt.

Module sind zukunftsorientiert

Unsere Kunden lieben Module, da sie deren Websites zukunftstauglich werden lassen. Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein Jahr nach der Lancierung Ihrer Website eine Seite mit einem Wettbewerb erstellen. Was würde geschehen, wenn Sie eine Website hätten, die auf Templates basiert? Sie müssten Ihre Agentur beauftragen, Ihnen ein neues Template für den Wettbewerb zu erarbeiten. Das würde Sie viel Zeit, Energie und Geld kosten.

Stellen Sie sich aber vor, Sie sind in der gleichen Situation, haben aber Module. Sie können eine neue Seite kreieren. Dann fügen Sie ein Titel Modul hinzu, ein Text Modul zur Erklärung und ein Formular Modul, damit die Besucher am Wettbewerb teilnehmen können. Fertig!

Ein modularer Ansatz von Web Design macht Sie unabhängiger. Es ermöglicht Ihnen, zukünftige Bedürfnisse ohne ein neues Budget zu erfüllen.

Module helfen dabei, Ihre Website weiterzuentwickeln

Technologien verändern sich schnell und jedes Jahr ergeben sich neue Möglichkeiten. Mit einem modularen System wird es möglich, Ihre Website auf einfache Art und Weise weiterzuentwickeln. Sie möchten eine neue Technologie einbauen? Dafür müssen Sie nur ein neues Modul erstellen und schon können Sie diese neue, faszinierende Technologie auf jeder Seite Ihrer Website verwenden. Und doch haben Sie immer noch die Möglichkeiten Ihre anderen Module zu nutzen und müssen kein komplettes Redesign Ihrer Website in Angriff nehmen.

Module schaffen eine gemeinsame Sprache

Auch bezüglich Kommunikation und Design Sprache sind Module ein starkes Werkzeug. Module sind Bauklötze. Sie ermöglichen es, eine unbegrenzte Anzahl verschiedener Seiten zu erstellen. Doch weil die gleichen Module verwendet werden, sprechen all diese Seiten dieselbe visuelle Sprache. Für Ihre Website Besucher können Sie vielfältige Web Pages kreieren, die trotz dynamischer Layouts optisch die gleiche Sprache sprechen.

Diese gemeinsame visuelle Sprache hilft Website Besuchern, die Inhalte besser zu verstehen.

Module sind die Legosteine unserer Websites

Mit einem durch Atomic Design inspirierten, modularen Ansatz kreieren wir Websites, die einfacher aufzubauen, zu unterhalten und weiterzuentwickeln sind.

Da man nicht durch Templates in die Schranken gewiesen wird, kann man ganz einfach aufbauen, was immer man will. Es ist, als würde man mit Lego spielen. Mit einer gewissen Anzahl Elemente kann man bauen, was man möchte. Die einzige Grenze ist die eigene Kreativität.

Beispiele modularer Websites

Wie sehen solche Websites aus? Hier ist eine Auswahl an Websites, die wir in den letzten Jahren mit diesem modularen Ansatz gestaltet haben.

Merantix

IMG 9 Case Study Merantix INTERNAL 170403

Case Study anschauen

Heilsarmee Website

HA desktop

Mehr zu diesem Projekt

Ragusa

Multi Device Color Background 2

Mehr zu dieser Case Study

Dieser Artikel wurde von Daniele Catalanotto
am 11. Mai, 2017
in #Website veröffentlicht
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